Astronomie verständlich erklärt. Ein Podcast der Keplersternwarte Graz

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Willkommen bei Mission Weltall, unserem Astronomiepodcast für junge Einsteiger in die Welt des Universums! Wir erzählen über den Weltraum - für alle Altersgruppen verständlich erklärt und sachlich fundiert.

Wir sind Alisah, David, Elisa, Mahadi und Isabella und besuchen den Mehrschulenkurs Astronomie an der Keplersternwarte des BRG Kepler Graz. Gemeinsam mit unserem Astronomielehrer, dem ESERO Weltraumbotschafter Norbert Siller, erzählen wir euch in jeder Folge Sachen vom Weltraum – gut verständlich, einfach erzählt, aber immer so wissenschaftlich genau und richtig wie möglich.

Was wir hier machen, hörst du in unserem Trailer.

 

Wenn du selbst eine Frage stellen willst, schreib uns auf This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. oder sende uns direkt eine Sprachnachricht, dann spielen wir deine Frage direkt in einer Podcastfolge ein! Du erreichst uns auch auf unserer Seite auf Instagram: https://www.instagram.com/missionweltall/.


 


 

 


Folge 5 (1.11.2026): Was sind eigentlich Kometen?

 

Über Kometen haben wir ja schon in unserer letzten Folge kurz gesprochen, denn sie haben auch etwas mit den Sternschnuppen zu tun. Wenn die Erde durch eine Staubkörnchenspur fliegt, die ein Komet hinterlassen hat, sehen wir viele Sternschnuppen auf einmal – einen Sternschnuppenschauer.

 

Aber fangen wir von vorne an: was ist ein Komet eigentlich?

 

Kometen sind einige Kilometer große, gefrorene Schutthaufen und bestehen aus Staub, Wassereis und Gestein. Deshalb nennt man sie oft „schmutzige Schneebälle“. Man könnte auch sagen: eher „schneeige Dreckbälle“ – das passt sogar noch besser, weil sie meist mehr Staub und Gestein als Wassereis enthalten.

 

Wenn so ein Komet der Sonne näher kommt, passiert etwas Spannendes:  

In der warmen Sonnenstrahlung beginnen sich einige Stellen an der Oberfläche langsam aufzulösen, Eis wird zu Gas, und an mehreren Stellen auf dem Kometen bilden sich regelrechte Springbrunnen aus Gas, Staub und Steinchen. Diese Teilchen fliegen zunächst einfach mit dem Kometen mit - weil im leeren Weltraum gibt es ja nichts, was sie abbremsen könnte.

 

Doch dann kommt das Sonnenlicht ins Spiel: Auch wenn wir im Alltag nichts davon bemerken, Licht kann Sachen wegdrücken!

 

Die winzigen Staubteilchen werden also vom Licht der Sonne weggedrückt. Dadurch entsteht der typische Schweif, den wir von Kometen kennen. Dieser Staubschweif reflektiert das Sonnenlicht sehr gut und leuchtet deshalb sehr heller als der sehr dunkle Kometenkern: dieser gefrorene Schutthaufen in der Mitte ist nämlich meistens schwärzer als ein Stück Kohle.

 

Wichtig: Der Schweif zeigt deswegen immer von der Sonne weg – und nicht einfach hinter den Kometen, wie man vielleicht denken könnte.

 

Eigentlich hat ein Komet sogar zwei Schweife:  

 

Den Staubschweif, den man meist gut sehen kann, ist eben genau das, was vom Sonnenlicht weggedrückt wurde. 

 

Und dann gibt es noch einen sogenannten Ionenschweif. Der entsteht durch den so genannten Sonnenwind. Das sind geladene Teilchen, die von der Sonne weggeschleudert werden und überall im Sonnensystem nach außen fliegen. Diese geladenen Teilchen reißen durch ihre elektrischen Kräfte den Staub mit sich – so ähnlich, wie dir vielleicht schon einmal Styroporverpackungsfuzzeln auf den Händen „klebengeblieben“ sind, denn auch das passiert durch elektrische Kräfte.

 

Dieser Ionenschweif eines Kometen ist schwerer zu erkennen als der Staubschweif, aber auf vielen Fotos sieht man ihn recht gut, er sieht darauf meistens bläulich aus.

 

Die meisten Kometen sind nur mit einem Fernglas sichtbar.  

Manchmal werden sie aber so hell, dass man sie auch mit bloßem Auge sehen kann – dann sind sie besonders beeindruckend am Nachthimmel.

 

Im Jahr 2014 hat die europäische Raumsonde „Rosetta“ nach einer langen Reise einen Kometen besucht. Der kleine Lander „Philae“ ist sogar darauf gelandet – und das war das erste Mal überhaupt, dass so etwas gelungen ist! Dadurch haben wir sehr viel über Kometen gelernt: Zum Beispiel, dass ihre Oberfläche ziemlich fest sein kann und dass Gas und Staub nur an bestimmten Stellen austreten – fast wie kleine Mini-Vulkane.

 

Außerdem hat man auf Kometen sogenannte organische Stoffe gefunden. Das heißt jetzt nicht, Tiere und Pflanzen oder so, aber immerhin die chemischen Bausteine, aus denen auch wir Lebewesen bestehen.

 

Früher dachte man, dass das Wasser auf der Erde vielleicht von Kometen stammt, weil sie viel Eis enthalten. Heute vermutet man eher, dass ein großer Teil des Wassers von Asteroiden kommt oder sogar aus dem Inneren der Erde selbst. Aber Kometen und ihr Staub könnten trotzdem eine wichtige Rolle gespielt haben, weil sie uns das Baumaterial für das Leben auf die Erde gebracht haben.

 

Wer weiß – vielleicht verdanken wir dadurch den Kometen sogar unsere eigene Existenz.


 


Folge 4 (25.10.2026): Was sind eigentlich Sternschnuppen?

 

Sternschnuppen sind fallende Sterne. Natürlich keine echten Sterne, die vom Himmel fallen – auch wenn der Name das zuerst einmal vermuten lässt. Aber erstens einmal fehlt ja dann kein Stern am Himmel, nachdem eine Sternschnuppe gefallen ist, und außerdem wissen wir ja jetzt, dass ein richtiger Stern riesig groß und unglaublich weit von uns entfernt ist – der kann da also nicht einfach herunterfallen.

 

In früheren Zeiten hat man allerdings einfach jeden Lichtpunkt am Himmel „Stern“ genannt. Deshalb gab es verschiedene Arten:  

 

  • Fixsterne (die wir heute einfach Sterne nennen),  

  • Wandelsterne (das sind die Planeten),  

  • Schweifsterne (die wir heute Kometen nennen)  

  •  

– und eben Sternschnuppen.

 

Eine Sternschnuppe entsteht eigentlich durch ein Sandkörnchen aus dem Weltraum, oft nur wenige Millimeter groß. In unserem Sonnensystem fliegen ziemlich viele von diesen Staubböckchen herum.

 

Oft hört man, man würde das Verglühen dieser Staubkörnchen in unserer Atmosphäre sehen, aber das passiert fast hundert Kilometer über der Erdoberfläche und ist viel zu dunkel, als dass wir das sehen könnten.

 

Aber wenn so ein Teilchen in die Erdatmosphäre eintritt, passiert etwas Spannendes: Es ist dabei unglaublich schnell – oft bis zu 30 Kilometer pro Sekunde, das sind etwa 100.000 km/h!

 

Durch diese hohe Geschwindigkeit wird die Luft um das Teilchen herum extrem stark erhitzt und beginnt selbst zu leuchten. Genau dieses Leuchten sehen wir als helle Spur am Himmel – und genau das ist die Sternschnuppe, oder wissenschaftlich gesagt: ein Meteor. Das Staubkörnchen selbst hat genau genommen den Namen „Meteoroid“.

 

Nur ganz selten ist ein Teilchen groß genug, dass ein Rest davon bis auf die Erde kommt. Diesen nennt man dann einen Meteoriten. Solche Meteoriten hat man auch wirklich gefunden! Meistens bestehen sie aus schwarzem Gestein, manchmal aber sogar aus Eisen, und im Naturkundemuseum Wien kannst du die größte Meteoritensammlung der Welt bestaunen.

 

In fast jeder klaren Nacht kannst du ein paar Sternschnuppen am Himmel entdecken, wenn du dir Zeit dafür lässt und in den Nachthimmel hinaufschaust.

Manchmal gibt es aber besonders viele auf einmal – dann spricht man von einem Sternschnuppenschauer. Das passiert, wenn die Erde durch eine Staubkörnchenspur fliegt, die ein Komet hinterlassen hat. Bekannte Beispiele sind zum Beispiel die Perseiden im August oder die Geminiden im Dezember.

 

Ab und zu gibt es aber auch spektakuläre Meteoriteneinschläge. Am 15. Februar 2013 ist über Russland ein 19m großer Brocken aus dem Weltall Richtung Erde gefallen. Er war 500x so schnell wie ein Auto auf der Autobahn und ist deswegen durch die Reibung mit der Luft schon in 30km Höhe explodiert – so gewaltig wie 20 Atombomben. Der Lichtblitz der Explosion war 30x so hell wie die Sonne! Es wurden schätzungsweise 3700 Häuser beschädigt, das Dach einer Fabrik stürzte ein und Tausende Fensterscheiben zersplitterten. Dabei wurden über 1000 Menschen durch die herumfliegenden Glasscheiben verletzt. Aber das so etwas wildes passiert, ist sehr, sehr selten.

 

Dagegen gibt es manchmal ganz kuriose Meteoritenfälle, wie der im Jahr 2026 im Burgenland: Plötzlich war da ein Knall und danach ein tennisballgroßes, zerfranstes Loch im Blechdach vor einem Haus. Darunter fand sich ein rund 93 Gramm schwerer, stark verwitterter dunkler Stein. Forscher des Naturhistorischen Museums Wien untersuchten den Fund und fanden heraus, dass es tatsächlich ein eisenreicher Stein aus dem Weltraum war, der da eingeschlagen ist.

 

Übrigens: Jeden Tag fallen etwa 100 Tonnen kosmischer Staub auf die Erde!  

Das meiste davon ist aber so fein, dass es einfach langsam zu Boden sinkt, ohne dass wir etwas davon bemerken.

 

Also: Wenn du dich draußen mal über Staub ärgerst, denk daran – ein winziger Teil davon kommt vielleicht direkt aus dem Weltraum!

 


 Folge 3 (18.10.2026): Was ist eigentlich ein Stern?

 

Ganz früher nannten die Menschen einfach alles einen „Stern“, was ein kleiner Lichtpunkt am Himmel war. Manche waren heller, manche schwächer. Einige standen scheinbar immer an derselben Stelle und bildeten Sternbilder. Andere bewegten sich im Laufe der Wochen und Monate langsam über den Himmel – nannte man die dann „Wandelsterne“, und heute kennen wir diese „Wandelsterne“ als Planeten.

 

Heutzutage wissen wir auch: richtige Sterne, das sind ferne Sonnen.  

Auch unsere Sonne ist also ein Stern – nämlich unser Stern. Sterne sind riesige, leuchtende Kugeln aus heißem Gas.

 

Und mit riesig meinen wir hier wirklich RIIIIIESIG! Unsere Sonne zum Beispiel ist mehr als 100 mal so groß wie die Erde! Die kleinsten sind immerhin etwa 10x so groß wie die Erde (und damit ungefähr so groß wie der Jupiter), die größten bis zu 200x so groß wie unsere Sonne, also 200.000 mal so groß wie die Erde!

 

Sterne, auch die kleinen, sind trotzdem viel schwerer als die Erde. Unsere Sonne hat zum Beispiel etwa mehr als 330.000-mal so viel Masse wie die Erde. Damit ein Stern überhaupt leuchten kann, muss er ja auch schwer genug sein, nämlich mindestens etwa 80-mal so schwer wie der Planet Jupiter. Ist er leichter, entsteht kein richtiger Stern, sondern ein sogenannter Brauner Zwerg – das ist eine Art Zwischending zwischen Planet und Stern.

 

„Warum leuchten Sterne eigentlich? Brennen die wie ein Feuer?“

Aber nein! Im Weltraum kann nichts brennen, weil es da keine Luft gibt.

 

Sie leuchten, weil sie unglaublich heiß sind. An ihrer Oberfläche haben sie etwa 3000 Grad bei kleinen roten Sternen, ungefähr 6000 Grad bei unserer Sonne und sogar mehrere zehntausend Grad bei besonders großen, blauen Sternen.

 

Doch die eigentliche „Energiequelle“, die liegt tief drinnen im Inneren eines Sterns – in seinem Kern. Dort passiert etwas ganz Besonderes: die sogenannte Kernfusion. Dabei verschmelzen winzige Teilchen, nämlich Wasserstoffkerne, zu Helium. Und dabei wird eine riesige Menge Energie freigesetzt.

 

Auch in unserer Sonne passiert das: in jeder Sekunde werden etwa 600 Millionen Tonnen Wasserstoff zu 596 Millionen Tonnen Helium verschmolzen. Da fehlen jetzt 4 Millionen Tonnen, und die werden tatsächlich direkt in reine Energie umgewandelt – nach der berühmten Formel von Albert Einstein, E = mc².

 

Ja, genau, mc² – also die Masse in Kilo, die verschwindet, mal Lichtgeschwindigkeit und dann nocheinmal mal Lichtgeschwindigkeit. Und weil die Lichtgeschwindigkeit so groß ist, fast 300.000 km/s, wird diese Energie so unglaublich groß.

...

Die allergrößten bekannten Sterne sind ungefähr 200-mal so schwer wie unsere Sonne. Noch schwerere Sterne können wahrscheinlich gar nicht entstehen, weil sie sich durch ihre eigene Energie wieder „zerreißen“ würden.

 

Interessant ist: Es gibt sehr viel mehr kleine Sterne als Große.

Etwa neun von zehn Sternen sind sogar kleiner als unsere Sonne. Trotzdem sind die Sterne, die wir am Himmel sehen, meistens eher große und schwere Sterne. Das liegt daran, dass schwere Sterne sehr viel stärker leuchten als leichtere. Ein Stern mit der doppelten Masse der Sonne leuchtet ungefähr zehnmal so stark, und ein zehnmal so schwerer Stern ist sogar tausendmal so leuchtstark wie unsere Sonne.

Deshalb können wir diese Sterne auch aus großer Entfernung sehen.

 

Von den 100 Sternen, die uns am nächsten stehen, sind dagegen nur 4 so richtig hell, 9 so mittelhell, 4 nur schwach und alle 83 anderen mit bloßem Auge gar nicht zu sehen, weil sie zu klein sind und zu schwach leuchten. der großen Entfernung auch sehr hell sein.

Zum Beispiel der Stern Deneb im Sternbild Schwan: der ist etwa 2000 Lichtjahre von uns weg und trotzdem einer der hellsten Sterne an unserem Nachthimmel: Das geht nur, weil er einer der größten und leuchtstärksten Sterne ist, die wir überhaupt kennen. Er könnte 200x so groß sein wie die Sonne und leuchtet 200.000 mal so stark – ein wahres Sternenmonster.

 

Der uns nächste Stern – nach der Sonne natürlich – heißt Proxima Centauri. Er ist etwa 4,2 Lichtjahre entfernt. Trotzdem kann man ihn kaum sehen, weil er ein kleiner, lichtschwacher roter Stern ist. Mit bloßem Auge ist er unsichtbar – man braucht dafür ein Fernrohr. Außerdem kann man ihn leider nur von der Südhalbkugel der Erde aus beobachten.

 

Du siehst: Sterne sind viel mehr als nur kleine Lichtpunkte.  

Sie sind riesige, heiße „Kraftwerke“ im Weltall – und ohne sie gäbe es auch uns nicht.

 


Folge 2 (11.10.2026): Was gibts alles im Weltall?

 

Das Weltall ist voller spannender Dinge. Manche davon können wir sehen, wenn wir in einer klaren Nacht zum Himmel schauen. Andere erkennt man nur mit einem Fernrohr, und wieder andere kann man zwar nicht direkt sehen, aber mit speziellen Kameras sichtbar machen. Und dann gibt es sogar Dinge im Universum, die völlig unsichtbar sind – und trotzdem wissen wir, dass es sie gibt.

 

Aber starten wir dort, wo wir gerade sind: auf der Erde.  

Eigentlich ist die Erde so etwas wie ein Raumschiff, das um die Sonne durch den Weltraum fliegt.

 

Um die Erde kreist der Mond. Er ist ungefähr ein Viertel so groß wie die Erde. Wahrscheinlich ist er entstanden, als vor sehr langer Zeit ein etwa marsgroßer Himmelskörper mit der jungen Erde zusammengestoßen ist. Dabei wurde aus der Erde ein Stück herausgerissen, aus dem sich später der Mond gebildet hat. Schon mit einem Fernglas kannst du seine vielen Krater sehen – das sind Einschlagstellen von Asteroiden, also Gesteinsbrocken aus dem All. Viele dieser Krater sind mehrere Milliarden Jahre alt.

 

Und dann gibt es noch unser Sonnensystem!  

Es besteht aus acht Planeten, fünf Zwergplaneten und vielen kleineren Objekten wie Asteroiden und Kometen. Einige Planeten – wie Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn – kannst du sogar mit bloßem Auge als helle Punkte am Himmel sehen. Du erkennst sie daran, dass sie nicht funkeln wie Sterne und ihre Position am Himmel verändern.

 

Die Planeten bewegen sich nämlich alle um die Sonne – je weiter sie entfernt sind, desto langsamer sind sie unterwegs. Viele Planeten haben auch eigene Monde. Besonders Jupiter und Saturn haben sehr viele davon. Mit einem kleinen Fernrohr kannst du sogar einige Monde und auch die berühmten Ringe des Saturn sehen. Die äußeren Planeten Uranus und Neptun erscheinen allerdings selbst im Fernrohr nur als kleine blaugrüne Punkte.

 

Wenn du an einem richtig dunklen Ort bist, kannst du mit freiem Auge etwa 4000 Sterne sehen. Mit einem Fernglas werden daraus schon Hunderttausende, und mit einem großen Fernrohr sogar Millionen. Außerdem kannst du dann die Milchstraße erkennen – ein helles, nebliges Band am Himmel. Wenn du genauer hinschaust, merkst du: Das sind unzählige Sterne. Wir schauen dabei direkt in unsere eigene Galaxie hinein.

Unsere Milchstraße ist etwa 100.000 Lichtjahre groß, aber nur einige tausend Lichtjahre dick. Neben Sternen gibt es dort auch leuchtende Gasnebel, Überreste von explodierten Sternen und dunkle Wolken aus Gas und Staub. In diesen Dunkelwolken entstehen neue Sterne. Wenn sie „geboren“ werden, schieben sie Gas und Staub zur Seite – und es entstehen Gruppen junger Sterne, die man offene Sternhaufen nennt.

 

Daneben gibt es auch Kugelsternhaufen. Diese bestehen aus sehr alten Sternen und befinden sich rund um unsere Galaxie. Davon gibt es mehrere hundert.

 

Im Universum gibt es aber nicht nur unsere Milchstraße, sondern Milliarden anderer Galaxien. Eine davon kannst du sogar mit bloßem Auge sehen, wenn der Himmel dunkel genug ist: die Andromeda-Galaxie. Mit einem kleinen Fernrohr oder einer Kamera lassen sich schon viele weitere entdecken. Manche Galaxien sind rund, andere haben Spiralarme – und manche sehen ganz verzerrt aus, weil sie sich gegenseitig beeinflussen.

 

Einige ganz besondere Galaxien senden extrem starke Strahlung aus – wie riesige Scheinwerfer, die man über Milliarden Lichtjahre hinweg sehen kann. Diese nennt man Quasare. Nicht zu verwechseln mit Pulsaren – das sind schnell rotierende Überreste explodierter Sterne.

 

Und dann gibt es noch Dinge, die man gar nicht sehen kann:  

Zum Beispiel schwarze Löcher. Sie haben so eine starke Schwerkraft, dass nicht einmal Licht entkommen kann. Trotzdem wissen wir, dass es sie gibt – weil sie ihre Umgebung beeinflussen. Sterne können zum Beispiel um sie kreisen, und Gas, das hineinfällt, beginnt zu leuchten.

 

Auch die sogenannte Dunkle Materie ist unsichtbar. Wir wissen nur, dass sie existiert, weil Galaxien viel schwerer sind, als sie eigentlich sein dürften. Und dann gibt es noch die Dunkle Energie – auch sie ist ein Rätsel. Man vermutet, dass sie dafür sorgt, dass sich das Universum immer schneller ausdehnt.

 


Folge 1 (4.10.2026): Was ist der Weltraum?

 

Früher einmal glaubten die Menschen, der Weltraum wäre wie eine große Kuppel über der Erde – ein Himmelsgewölbe, an dem die Sterne festgemacht sind. Dahinter, so dachten sie, liegt ein riesiger blauer Himmelsozean, der die Welt der Menschen von der Welt der Himmelswesen trennt. Doch je genauer man den Himmel beobachtet hat, desto weiter entfernt wirkte diese Kuppel – bis man die Idee irgendwann schließlich ganz aufgegeben hat.

 

Heute wissen wir: Der Weltraum ist unvorstellbar groß. So groß, dass es eigentlich kein Mensch wirklich begreifen kann. Wir leben auf einem – vergleichsweise - kleinen Planeten in einem kleinen Sonnensystem mit nur einem Stern in der Mitte. Ja, auch die Sonne ist ein Stern!

 

Gemeinsam mit mehreren hundert Milliarden anderer Sterne befinden wir uns in einer Galaxie – das ist eine riesige Scheibe aus Sternen, Gas und Staub. Und weil wir in dieser Scheibe mitten drinnen sind, sehen wir sie am Himmel nur als milchiges Band, und nennen sie Milchstraße. Die besteht natürlich nicht aus Milch, sondern, wie schon gesagt, eben vor allem aus vielen, vielen Millionen Sternen.

 

Und im Universum gibt es wiederum hunderte Milliarden solcher Galaxien, große und kleine, junge und alte, einzelne und welche, die in großen Galaxienhaufen leben.

 

Unsere eigene Milchstraße, die wohnt in einer kleinen Galaxiengruppe, quasi einem kleinen Dorf mit 2 großen und vielen kleinen Galaxien. Die nächste „Galaxiengroßstadt“ ist der gewaltige Virgohaufen mit über 1000 großen Galaxien.

 

Und nicht genug, dass das Universum eh schon so groß ist: es dehnt sich sogar ständig aus und wird immer größer – und zwar überall gleichzeitig, nicht nur am „äußeren Rand“ (so etwas wie einen „Rand“ hat das Universum nämlich gar nicht). Allerdings passiert diese Ausdehnung nur ganz, ganz langsam, sodass man es nur über riesige Entfernungen bemerkt.

 

Manche sagen, der Weltraum beginnt etwa 100 Kilometer über der Erde – dort, wo Flugzeuge nicht mehr fliegen können. Aber eigentlich stimmt auch: Wir sind schon mittendrin. Denn die Erde selbst schwebt ja im Weltraum.

 

Und noch etwas ist wichtig: Der Weltraum ist vor allem eines – sehr, sehr leer.

 

Stell dir mal vor, die Erde wäre so groß wie ein Fußball. Dann wäre der Mond etwa so groß wie ein Tennisball und ungefähr 8 Meter entfernt. Die Sonne wäre in diesem Modell so hoch wie ein Kirchturm – und du müsstest fast eine Stunde zu Fuß gehen, um dort anzukommen. Bis zum Planeten Neptun würdest du sogar etwa eine Stunde mit dem Auto brauchen.

 

Unser nächster Stern heißt Proxima Centauri. Der wäre ebenfalls so groß wie ein Kirchturm – aber unglaublich weit weg: In unserem Modell müsstest du ein ganzes Jahr mit dem Auto fahren, um dort hinzukommen!

 

In echt benutzt man oft das Licht zum Vergleichen:  

Vom Mond zur Erde braucht es etwa 1,3 Sekunden,  

von der Sonne etwas mehr als 8 Minuten,  

von Neptun etwa 3 Stunden  

– und vom nächsten Stern über 4 Jahre.  

Diese Entfernung nennt man dann 4 Lichtjahre.

 

Zwischen den Sternen ist also unglaublich viel Platz. Stell dir vor, du legst in jede Großstadt Europas eine einzige Kirsche – und dazwischen ist einfach nichts. Nur leerer Raum.

 

Sterne bilden Galaxien – riesige Sternensysteme mit Millionen bis hin zu einer Billion Sternen. Bis zum Rand unserer Milchstraße müsste man etwa 25.000 Lichtjahre reisen. Unsere Nachbargalaxie, die Andromeda-Galaxie, ist sogar zweieinhalb Millionen Lichtjahre entfernt!

 

Und es geht noch weiter: Galaxien bilden Gruppen, Haufen und sogar sogenannte Superhaufen. Diese sind wie an unsichtbaren Fäden angeordnet – man nennt sie Filamente. Zusammen sehen sie aus wie ein riesiges Spinnennetz, das sogenannte „cosmic web“. Dazwischen gibt es gewaltige leere Bereiche, die „Voids“, die bis zu einer Milliarde Lichtjahre groß sein können.

 

Das Weltall ist also riesig, geheimnisvoll und voller spannender Dinge. Und genau davon möchte ich euch in den nächsten Folgen mehr erzählen.

 

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